Der Apostelbrief

Februar - März 2019
Voriger Apostelbrief
Dez. 2018 - Jan. 2019
Nr. 132
Beliebigen Apostelbrief wählen ...
1997:

1998:

1999:

2000:

2001:

2002:

2003:

2004:

2005:

2006:

2007:

2008:

2009:

2010:

2011:

2012:

2013:

2014:

2015:

2016:

2017:

2018:

2019:
132

Lichter aus!

AutorAutor

Spätestens an Mariä Lichtmeß, dem 2. Februar, verschwinden die letzten weihnachtlichen Lichter aus unseren Häusern. Und weil der Frühling noch weit weg ist, wird es dann richtig düster in unseren Städten und Dörfern.

„Vorpassion“ heißt diese Zeit im Kirchenjahr von Anfang Februar bis zum Sonntag Estomihi (dem Faschingssonntag). Auf die Weihnachtszeit folgt unmittelbar die Vorbereitung auf die Passionszeit. So wie im Glaubensbekenntnis. Da folgt auf die Geburt Jesu auch unmittelbar sein Leiden unter Pontius Pilatus.

Dabei lagen über dreißig Jahre zwischen diesen beiden Ereignissen, von denen die Evangelien eigentlich nur über die letzten drei Jahre berichten. In diesen dreißig Jahren hat Jesus alle Erfahrungen gemacht, die Menschen im Laufe ihres Lebens machen. Freude, Trauer, Erfolge, Misserfolge – kurz und mit Paulus gesagt: „er ward’ den Menschen gleich.“ (Phil. 2,7).

Wenn im Alten Testament von Begegnungen zwischen Gott und Menschen berichtet wird, dann sind die vor allem geprägt von der Heiligkeit, Größe und Macht Gottes.

Man denke nur an Elia, der sein Gesicht mit seinem Mantel verhüllen musste, als er Gott am Horeb begegnete. Von Erdbeben, Sturm und Feuer ist da die Rede.

Was für ein Kontrast zu dem Kind in der Krippe in Bethlehem. Die Hirten konnten es anschauen, ohne um ihr Augenlicht fürchten zu müssen. Sie konnten es sogar anfassen, soweit Maria das zugelassen hat.

Die Geburt Jesu war wirklich eine Zeitenwende, nicht nur in unserem Kalender. Aber die dreißig Jahre nach jenem ersten Weihnachten waren auch wichtig. Wenn wir von der Arbeit erschöpft sind, unter Krankheit und Schmerzen leiden, oder einen geliebten Menschen verloren haben: Gott weiß, wie es uns in diesen Situationen geht, weil er sie alle in Jesus selbst erlebt hat.

Dass Jesus zugleich ganz Mensch und ganz Gott war, lehrt die Kirche seit dem Konzil von Chalcedon im Jahr 451, wohl wissend, dass man das mit dem menschlichen Verstand nicht wirklich verstehen kann. Es bedeutet aber, dass wir den allmächtigen und unendlichen Schöpfer des Universums „Vater“ nennen dürfen und dass kein Anliegen, das uns wichtig ist, zu klein oder unbedeutend wäre, um es ihm im Gebet vorzulegen.

-pv-