Der Apostelbrief

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Das ist die Wahrheit

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Der Wahlkampf um die Präsidentschaft der USA im vergangenen Jahr war in verschiedener Hinsicht bemerkenswert. Ein Punkt, der viele Menschen, nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande ratlos gemacht hat, war der Umgang mit der Wahrheit. Da saßen die Kandidatin und der Kandidat einander gegenüber im Fernsehstudio und bezeichneten so ziemlich alles, was der oder die andere gesagt hat als falsch oder sogar als Lüge. Je nachdem, welchen Fernsehsender man sah, wurde die eine oder die andere Position unterstützt.

Der Politikstil, der hier gepflegt wurde, fragt nicht nach den richtigen Schlussfolgerungen aus unwiderlegbaren Fakten. Es geht vielmehr darum, die Emotionen der eigenen Wählerklientel zu treffen. Postfaktische Politik nennt man das inzwischen. Aber was ist mit der Wahrheit? Spielt es denn überhaupt keine Rolle mehr, ob etwas tatsächlich so ist, wie behauptet, oder nicht?

Wahrheit ist auch eine entscheidende Kategorie in unserem christlichen Glauben. Entweder hat Gott die Welt geschaffen oder er hat es nicht. Entweder Jesus ist Gottes Sohn oder er ist es nicht. Entweder ist Jesus von den Toten auferstanden, oder er ist im Grab geblieben. In immer mehr Weltgegenden werden Christen wegen ihres Glaubens verfolgt. Nach Schätzungen des Vereins „Open Doors“ sind es aktuell etwa 200 Millionen Menschen weltweit. Nicht nur für diese Christen ist es von entscheidender Bedeutung, ob ihr Glaube auf einem Fundament der Wahrheit ruht, oder nicht.

Jesus selbst hat von sich gesagt, er selbst sei die Wahrheit (Joh. 14,6) und er sei geboren und in die Welt gekommen, die Wahrheit zu bezeugen (Joh.18,37). Aber ist das wahr? Sogar Pilatus fragte Jesus „Was ist Wahrheit?“ (Joh 18,38).

Man kann versuchen, der Frage historisch auf den Grund zu gehen und untersuchen, ob die Überlieferung der Worte Jesu glaubwürdig ist. Aber selbst wenn als gesichert gelten kann, was Jesus gesagt hat, ist ja immer noch nicht geklärt, ob er damit auch die Wahrheit gesagt hat.

Ob das, was die Bibel über Gott und die Welt sagt, wahr ist, erfahren wir dann, wenn wir uns darauf einlassen und dann kritisch beobachten, ob unsere Erfahrungen diese Entscheidung rechtfertigen.

Ein Mann ging auf den Markt und sah eine Marktfrau, die hinter ihrem Marktstand las. „Was lesen Sie da?“ fragte er die Frau. „Ich lese die Bibel“, antwortete die Frau, „sie ist Gottes Wort“. Der Mann ist skeptisch: „Woher wollen Sie das wissen?“. Die Frau deutet auf die Sonne am Himmel und fragte den Mann: „Woher wollen Sie wissen, dass das die Sonne ist?“. Der Mann lachte: „das ist einfach. Ich spüre doch, wie sie mir Licht und Wärme gibt.“ „Sehen Sie“, antwortete ihm die Marktfrau, „genauso geht es mir mit der Bibel“.

-pv-