Der Apostelbrief

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Editorial

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Liebe Gemeinde,

Kirche muss »Kirche für andere« sein«, so forderte seinerzeit Dietrich Bonhoeffer. Sonst verlöre sie ihren Sinn in der Welt. Wie wahr. Eine Kirche, in der sich die Hauptrepräsentanten in immerwährenden abgehobenen Lehrgesprächen und Konferenzen nur mit sich selbst beschäftigten, braucht kein Mensch – und Gott wahrscheinlich auch nicht.

Wie aber sieht es in der Realität aus? Wo zeigt sich etwas vom Dienst der Kirche an der Öffentlichkeit?

Während ich diese Zeilen schreibe, überträgt die ARD live die Feierlichkeiten zur Vereidigung des ersten schwarzen Präsidenten der Vereinigten Staaten. Ein Traum vieler Schwarzer (und Weißer) in Amerika wird wahr. Vorbereitet und möglich gemacht durch die gewaltfreie, aber beharrliche Arbeit der Bürgerrechtsbewegung im letzten Jahrhundert, deren bedeutendster Vertreter der Baptistenpfarrer Martin Luther King war.

Eines der ganz großen Beispiele.

Es gibt bescheidenere, aber für die Betroffenen genauso wichtige, wie z.B. die Seelsorge im Notfall, bei Unfällen, Todesfällen, Suizid. Ich habe große Hochachtung vor all den evangelischen und katholischen Kollegen, die turnusweise mit dem »Piepser« zu Bett gehen und sofort da sind, wenn sie gebraucht werden.

Aber auch schon der einfache Besuch eines einsamen Menschen durch Mitglieder unseres Besuchskreises oder der Aufbau einer Kindergruppe ist Dienst an der Gesellschaft und somit letztlich politisches Handeln im Kleinen.

Dann und wann darf diese kirchliche Dienstgemeinschaft aber auch innehalten, verschnaufen und sich über die gemeinsamen Grundlagen ihres Glaubens Rechenschaft ablegen – z.B. anlässlich eines Gemeindeabends zum Thema »Kirche«.

Viel Spass beim Lesen wünscht