Der Apostelbrief

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Kindergottesdienst vor dem Aus

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Liebe Gemeinde,

statt des gewohnten Editorials steige ich diesmal mit einer – wie ich finde – Hammermeldung ein, die mir im letzten Moment noch auf den Schreibtisch geflattert ist: Mangels Kindern wird es wohl nach den Ferien keinen regelmäßigen sonntäglichen Kindergottesdienst mehr geben!

Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Zum einen macht sich auch in Gerbrunn die demographische Entwicklung bemerkbar: Es gibt einfach weniger Kinder als vor 15 Jahren So hatte ich dieses Jahr bisher gerade mal drei Taufen, zwei davon an Auswärtigen! Vor 15 Jahren wäre das um diese Zeit ein Vielfaches gewesen.

Zum anderen hat sich auch die Einstellung der Menschen geändert. Man spricht heute viel über die Förderung und Bildung von Kindern. Dabei denkt man an zweisprachige Erziehung, an Instrumentalunterricht und an den Sportverein. Was völlig aus dem Bewusstsein geraten ist, ist die religiöse Erziehung. Dabei bin ich überzeugt, dass ein Mensch im Tiefsten nur glücklich wer den kann, wenn er mit Gott in Berührung kommt. Vielleicht werden eines Tages diese Kinder einmal aufstehen und sagen: Warum habt ihr uns das vorenthalten? Warum habt ihr uns nicht auch mal in den Kindergottesdienst geschickt, statt immer nur auf den Fußballplatz oder in den Flötenunterricht?


Als Erwachsener tut man sich nämlich viel schwerer, zu diesem Thema einen Zugang zu finden.

Wie auch immer: Vor dem Hintergrund der gegebenen Situation ist es unseren MitarbeiterInnen nicht mehr zuzumuten, Sonntag für Sonntag einen Gottesdienst vorzubereiten und dann frustriert feststellen zu müssen, dass wieder kein oder nur ein Kind seinen Weg in die Kirche gefunden hat. Vielleicht geht ja jetzt ein Aufschrei durch die Gemeinde und von überall her strömen die Kinder. Bis es aber soweit ist, versuchen wir wenigstens einen monatlichen KiKiVo aufrechtzuerhalten.

Einen ganz herzlichen Dank an unsere MitarbeiterInnen, die teilweise seit Jahrzehntendas Unternehmen Kindergottesdienst mit viel Herzblut am Laufen gehalten haben – allen voran Hrn. Wolfgang Pavel und Fr. Claudia Bräuer!

Natürlich hat diese Ausgabe des Apostelbriefs auch Schönes zu berichten. Besondersfreue ich mich über die bevorstehende Einrichtung einer Tafel in Gerbrunn (S.10).

Ihnen allen einen gesegneten Sommer!