Der Apostelbrief
August - November 2026

Ein gemeinsames Pfarrbüro für unsere Pfarrei

„Eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei...“
wusste schon der Prediger Salomo,Kohelet, im Alten Testament zu berichten. Und dass man „gemeinsam stark“ ist, ist auch nichts Neues. So hat sich denn auch in den letzten Jahren in den Kirchengemeinden, Dekanaten und Landeskirchen die Erkenntnis breit gemacht, dass die Zeiten des Kirchturmdenkens und des Einzelkämpfertums vorbei sind; dass man sich als Glaubensgemeinschaft und Organisationseinheit öffnen und breiter aufstellen muss, als es noch vor zwanzig Jahren der Fall war. Denn christlicher Glaube ist längst nicht mehr automatisch mit Kirchenzugehörigkeit verbunden und verliert in dem Maße an Bedeutung, in dem er nicht mehr selbstverständlich von Generation zu Generation weitergegeben wird. Kurz gesagt: wir werden weniger.

Und wenn die Gemeinden kleiner werden, werden die Häuser zu groß – zu groß, um sie unterhalten zu können, zu groß aber auch, um sie mit Leben zu füllen und sinnvoll nutzen zu können. Wenn die Gemeinden kleiner werden, müssen auch die Personalressourcen angepasst werden, zumal im theologisch-pädagogischen Bereich in den nächsten Jahren mit massivem Personalmangel zu rechnen sein wird. Und vor allem: wenn die Gemeinden kleiner werden, werden auch die Menschen weniger, die das Gemeindeleben am Laufen halten: die vielen Ehrenamtlichen, die die Gruppen und Kreise beleben; die mit anpacken, wenn es was zu entscheiden, zu feiern oder zu arbeiten gibt; die in den Chören Musik machen und gemeinsam Gottesdienste feiern.

Also tun wir uns doch zusammen. In der Pfarrei, bestehend aus den Kirchengemeinden Auferstehungskirche, Friedenskirche und Apostelkirche üben wir das seit ein paar Jahren verstärkt durch gemeinsame Gottesdienstplanung, ein gemeinsames Konfirmandenkonzept und gute Vernetzung der Kirchenvorstände untereinander. So lernt man allmählich die Nachbarschaft kennen, trifft auf Gleichgesinnte, kann sich Arbeit teilen und bereichert sich gegenseitig durch unterschiedliche Angebote. Damit das alles noch besser vernetzt und vor allem auch bekannt gemacht werden kann, haben die Kirchenvorstände der Pfarrei im letzten Jahr beschlossen, mittelfristig auf ein gemeinsames Pfarrbüro umzusteigen. Die Sekretärinnen Heike Koberger und Heike Körber haben bereits viel Vorarbeit geleistet, um die inhaltliche Zusammenarbeit anzugehen und beginnen nun mit der Aufteilung von Arbeitsbereichen. Und in der Apostelkirche wurde Platz geschaffen, um demnächst auch räumlich ein Pfarrbüro für alle drei Gemeinden sein zu können.

Dabei hat sich ganz handfest gezeigt: „So ist’s ja besser zu zweien als allein, denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe. ... Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei.“ (Kohelet 4,9.12): Was wir hauptamtlich (Sekretärin, Hausmeister und Pfarrerin) nur mühsam voran gebracht haben, bekam kräftige Unterstützung von ehrenamtlicher Seite, vor allem durch die Nachbarschaft. Herzlichen Dank an Nils Haag aus der Auferstehungsgemeinde für die „Bauleitung Büroschrank“, an Conny Schimmer und Hedda Siedler für unermüdliches Tragen, Laufen und Wegschmeißen von 40 Jahren Gemeindearbeits-Altlasten, an Thomas Plauk für hausmeisterliche Tätigkeiten, Heike Körber für die Pfarrbüro-Neuorganisation und an Helmut Stark für helfende Hände. So blieb den Gerbrunner Freiwilligen letztlich nur noch ein Berg Sperrmüll, der Anfang Juli den Weg an die Straße fand.

Pfarrerin Julia Conrad