Der Apostelbrief

Oktober - November 2019
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Aug. - Sep. 2019
Nr. 136

Auf ein Wort:
Auf den Punkt gebracht

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Liebe Gemeinde,

Mit meinen Konfirmand*innen spiele ich gerne ein Spiel. Da ruft ein Jugendlicher aus einer weitgehend entkirchlichten Region Deutschlands einen weitläufig Verwandten in Gerbrunn an. Er stehe vor der Frage, ob er Konfirmation oder Jugendweihe machen soll, erzählt er. Und dafür würde er gerne wissen, was Christen eigentlich so glauben. Als „Telefonfräulein“ verbinde ich zwei Konfirmand*innen und bin gespannt, wie das Gespräch verlaufen wird. Welche Inhalte wird der Angerufene aus seinem christlichen Grundwissen hervorkramen. Was ist ihm oder ihr womöglich wichtig an unserem Glauben? Gibt es einfache Grundaussagen, in denen sich für ihn oder sie das Wesentliche zusammenfassen lässt? Zumeist fällt es den jungen Leuten sehr schwer, spontan zu antworten. Daran anknüpfend erzähle ich, dass das schon immer so war und dass man deshalb schon in der frühen Kirche kleine Zusammenfassungen des Glaubens verfasst hat, um sprachfähig zu sein in einer weitgehend heidnischen Umwelt. Um sich des eigenen Glaubens zu vergewissern. Um die vielen Schriften und Glaubensinhalte der Bibel auf den Punkt zu bringen.


Eines der ältesten lautet „Herr ist Jesus Christus“. „Ichthys“ - griechisch für „Fisch“ - ein weiteres. Die Buchstaben stehen für die Anfangsbuchstaben der Formel „Jesus Christus, Sohn Gottes, Retter“. Das alte Apostolikum - ursprünglich ein Taufbekenntnis - das bis heute im Gottesdienst Verwendung findet, wird da schon ausführlicher. Es entfaltet Gott als den Dreieinigen, den Schöpfer, Erlöser und den glauben- und gemeinschaftschaffenden Heiligen Geist.

In welchen Sätzen oder Formeln würden Sie Ihren Glauben zusammenfassen? Gibt es da Verse aus der Bibel oder aus der Geistesgeschichte, die für Sie die Sache auf den Punkt bringen?

Manchmal werde ich als Pfarrer danach gefragt, was für mich die wichtigste Aussage aus der Bibel oder der Theologie wäre. Ich antworte dann gern mit meiner Lieblingsstelle aus dem Römerbrief, Kapitel 8, 38f: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“

Haben Sie auch so einen Satz? Schreiben Sie mir! Ich bin gespannt.

Die besten Segenswünsche,

Ihr Pfr. J. Riedel