Der Apostelbrief

August - September 2019
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Nr. 135

Der Männerkreis in Gerbrunn – Interesse?

Der Männerkreis in Gerbrunn – Erinnern Sie sich noch daran? Unser damaliger Religionspädagoge Florian Landgraf hat diesen am 11. Mai 2017 ins Leben gerufen. Seitdem haben sich einige Männer in unserer Gemeinde in geselliger Runde zu unterschiedlichen Aktionen getroffen (Bowling, allgemeine und geistliche Gespräche, ein Abend mit Prüfungscharakter für unseren Religionspädagogen, etc.).

Zuletzt haben wir uns mit dem Buch „Der wilde Mann“ von Richard Rohr befasst und dabei festgestellt, dass die Inhalte dieses Buches aus den 80er Jahren durchaus auch noch 40 Jahre später für uns Männer Bedeutung haben. In diesem Buch sind geistliche Reden zur „Männerbefreiung“ niedergeschrieben, die der deutschstämmige Franziskanerpater Richard Rohr gehalten hat. Während dieses Treffens Anfang des Jahres haben wir uns mit seiner ersten Rede befasst und in einer anregenden Diskussion festgestellt, dass es sich der Autor zum Ziel gesetzt hat, Türen zum Unterbewusstsein zu öffnen, damit etwas bewusst gemacht wird – und dass dies schließlich etwas ist, was „man“ mit seiner Frau oder Partnerin, aber vor allem auch mit seinen männlichen Freunden besprechen kann.

Spannend für uns waren zum Beispiel seine Aussagen und die daraus für uns resultierende Diskussion zur Sohn-Vater-Beziehung. Während in der Bibel Jesus immer wieder ausspricht, dass „Ich und der Vater eins sind“ und er sich in seiner Sohn-Situation zu Gott seinem Vater wohl fühlt, begegnen wir heute in allen modernen Gesellschaften Männer, die mit dem Lebensmotto „Ich und der Vater sind uneins“ leben. Rohr reflektiert diese Aussagen zunächst historisch, da seit der industriellen Revolution von allen Beziehungen in der westlichen Gesellschaft die Vater-Sohn-Beziehung am meisten gelitten hat.

Während früher die Jungen in unmittelbarer körperlicher und seelischer Nähe zu ihren Vätern bei der alltäglichen Arbeit auf dem Feld oder im Handwerk aufgewachsen sind und damit ein Teil des Lebens ihrer Väter waren, verließen die Söhne nach der industriellen Revolution das Haus, um in die Fabrik oder ins Büro zu gehen. Das Vertrauen und die Anerkennung, die die Söhne zuhause erfuhren, um ihre Begabungen dort einzubringen und entfalten zu lassen, waren in der neuen Welt bezogen auf ihre Väter nicht mehr vorhanden. Es entstand in den Seelen vieler Männer ein Vakuum, in denen sich Dämonen wie Misstrauen gegen ihre Väter, gegen ihre Männlichkeit oder gegen Autorität einnisteten. Spannend waren für uns in diesem Zusammenhang Rohr`s Ausführungen zu unterschiedlichen Kulturen weltweit. In weiteren Kapiteln seiner ersten Rede entwickelte sich bei uns Männern das Interesse, sich weiter mit diesem Autor und seinen folgenden Reden zu befassen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn weitere Männer aus Gerbrunn an unserem ökumenischen Männerkreis Interesse entwickeln würden und sich vielleicht auch an der Diskussion beteiligen oder auch einfach nur zuhören möchten. Natürlich möchten wir auch gemeinsame Abende zur Entspannung und mit einem Kaltgetränk verbringen und uns über unseren Alltag unterhalten oder uns für sportliche Aktivitäten motivieren. Herzliche Einladung an die Männer in Gerbrunn. Die nächsten Termine werden wir auf der Homepage der Apostelkirche bekanntgeben.

Bei Rückfragen stehen Ihnen/Euch Steffen Siegel (steffen1siegel@gmail.com) und ich (hs@apostelkirche-gerbrunn.de) gerne zur Verfügung.

Quelle:
Rohr, Richard: Der Wilde Mann: geistliche Reden zur Männerbefreiung, Claudius Verlag München 1986

-HS-