Der Apostelbrief

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Grabinschriften sind selten komisch. Aber es gibt auch richtig tragische Inschriften auf Steinen oder Kreuzen. So zum Beispiel der Satz »Arbeit war sein Leben«“. Na, wenn das alles war ...

Sicher gibt es Menschen, die nicht nur arbeiten, um zu leben, sondern durchaus für ihre Arbeit leben. Viele Musiker, Künstler oder Wissenschaftler räumen ihrer Kunst oder ihrer Forschung freiwillig einen Großteil ihrer Lebenszeit ein.

Mehr und mehr wird eine solche Begeisterung für die Arbeit aber auch von Menschen mit weit weniger schillernden Berufen verlangt. Die Hoffnung auf die nächste Beförderung oder die Angst vor der Kündigung lässt so Manche und Manchen Feierabend oder Urlaub ignorieren. Spätestens, wenn man mit einem warmen Händedruck und einem mehr oder weniger prächtigen Präsentkorb in den »wohlverdienten Ruhestand« verabschiedet wird, kommt man ins Grübeln, ob das wirklich alles so sein musste. Denn »entscheidend ist, was hinten rauskommt« – das wusste schon ein früherer Bundeskanzler.

»Wenn dies dein letzter Tag auf Erden wäre – würdest du dann tun, was du für heute geplant hast?« Steve Jobs, einer der Gründer von Apple Computers soll sich diese Frage jeden Morgen vor dem Spiegel gestellt haben. Es ist keine schlechte Idee, Entscheidungen vom Ende her zu beleuchten. Wenn ich am Ende meines Lebens auf diese Entscheidung zurückblicke – wird sie mir dann leid tun oder würde ich sie noch einmal so treffen? Ist der nächste Karriereschritt tatsächlich so erstrebenswert, wie er scheint, oder gibt es vielleicht andere Lebensbereiche, in die ich mehr Zeit investieren sollte?

Es dürfte nicht viele Menschen geben, die am Ende ihres Lebens bedauern, nicht mehr gearbeitet zu haben. Weitaus mehr Menschen spüren in dieser Situation schmerzhaft die Beziehungen zu den Mitmenschen und vielleicht auch die Beziehung zu Gott, die sie im Laufe ihres Lebens vernachlässigt haben.

»Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen«, empfiehlt Jesus in der Bergpredigt. Stattdessen rät er: »Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.« (Matthäus 6, 19.20)

Manche Christen tragen Armbänder mit den Buchstaben »W.W.J.D«. Das steht für »Was würde Jesus dun« (fränkisch mit weichem »d«)? Wenn die Gemeinschaft mit Gott, also auch mit Jesus, das ultimative Ziel unseres Lebens ist, dann ist diese Frage keine schlechte Richtschnur für ein Leben, das wir am Schluss nicht bereuen müssen.

-pv-